Blizzcon 2021: Was unsere Experten zu Diablo 4, WoW und Co. erwarten

Wie hat sich Diablo 4 entwickelt? Wo geht es mit WoW hin? Und was zum Henker ist eigentlich Fenway? Wir analysieren Blizzards Pläne für die Messe.

Bei der Blizzcon wird 2021 einiges anders laufen als sonst. Aufgrund der fortlaufenden Corona-Pandemie muss das Studio seine hauseigene Messe nämlich weitestgehend umgestalten. Anstatt wie sonst im November findet die Messe 2021 bereits im Februar statt. Vom 19. bis 21. um genau zu sein.

Außerdem wird aus dem Event eine reine Online-Veranstaltung. Daher auch die alternative Bezeichnung: Blizzconline. Doch ob nun in einer vollen Halle oder vor einem Bildschirm - im Grunde geht es hier wie in den Jahren davor um die selbe Sache: Blizzard präsentiert neue Informationen zu aktuellen Spielen und kündigt vielleicht sogar ein paar neue Sachen an. Wie ihr live dabei sein könnt, wo das alles läuft und wann ihr am besten einschaltet, verraten wir euch in unserem Übersichtsartikel.

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BlizzCon 2021: Alle Infos

In diesem Artikel wagen wir aber bereits im Vorfeld ein paar Spekulationen. Wir haben die Blizzard-Experten aus der Redaktion zusammengetrommelt und nach ihren Meinungen befragt. Was gibt es neues bei WoW? Was wird Blizzard wohl zu Diablo 4 verraten? Bekommen wir mit Fenway wirklich eine komplette neue Spieleserie? Auf diese Fragen haben wir zwar noch keine exakten Antworten, aber zumindest ein paar fundierte Vermutungen.

Auch unsere Kollegen und Online-Experten von MeinMMO haben sich mit der Blizzcon befasst und die 5 spannendsten Gerüchte gesammelt, die sich derzeit um die große Messe ranken.

Hearthstone: Vor allem Futter für die Hardcore-Fans

Heiko: In den letzten Monaten hat Blizzard sein langlebiges Sammelkartenspiel radikal umgestellt: Ein neues Season-Pass-System, Duelle als weiteren Spielmodus, zusätzliche wöchentliche Quests, Hunderte freischaltbare Erfolge. Das Ziel ist klar: Wer sieben Jahre nach Release immer noch dabei ist (so wie ich), soll noch möglichst lange dabei bleiben und dabei natürlich möglichst viel Geld ausgeben. Es geht mehr und mehr um das Halten bestehender Fans als um das Gewinnen von neuen, zumal Hearthstone die Addon-Strahlkraft eines World of Warcraft fehlt. Die Erweiterungen im Vier-Monats-Rhythmus sind inzwischen Routine und kein echtes Ereignis mehr.

Entsprechend rechne ich bei der Blizzcon vor allem mit »Business as usual«. Blizzard wird die Event-Gelegenheit vor allem dazu nutzen, die nächste Karten-Erweiterung vorzustellen, die bereits im März erscheinen dürfte. Vielleicht gibt es auch noch einen Ausblick auf ein neues Soloabenteuer, nachdem das derzeit laufende »Buch der Helden« so langsam auf die Zielgerade einbiegt. Ich persönliche hoffe ja nach wie vor, dass Hearthstone nochmal eine ähnlich aufwändige Singleplayer-Kampagne im Stil eines Thronbreaker: The Witcher Tales auf die Beine stellt.

Aber hier ist wirklich allein der Wunsch der Vater des Gedanken, sehr viel wahrscheinlicher wird Blizzard den Aufwand deutlich geringer halten - mit den Multiplayer-Modi lässt sich um einiges leichter Geld verdienen. Für diesen Bereich dürfte es auf der Blizzcon allerdings abseits der nächsten Erweiterung ebenfalls keine großen Neuigkeiten geben, schließlich befinden sich sowohl Schlachtfeld- als auch Duell-Modus nach wie vor in der Beta-Phase.

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Diablo Immortal darf nicht ignoriert werden

Fabiano: Mein Verhältnis mit Blizzard ist aktuell äußerst angespannt. Damit bin ich bekanntermaßen auch nicht alleine. Vor allem ihr versagen an Warcraft 3: Reforged und wie egal Blizzard dieses Spiel einfach ist, hat mich jüngst wieder schlichtweg schockiert. Doch dieser Schock kollidiert mit dem, was Blizzard momentan mit Diablo macht. Denn eigentlich müsste man hier sehr positiv gestimmt sein. Zum einen scheint sich Diablo 4 in genau die richtige Richtung zu entwickeln. Zum anderen hat mich Diablo Immortal in seiner technischen Alpha nicht nur überrascht, sondern geradezu bekehrt.

Und ja, schon klar. Steinigt mich ruhig. Ruft die Heerscharren der Hölle herab. Blizzard-Fans wollen keine Mobile-Spiele. Wir alle erinnern uns an das Blizzcon-Desaster von 2018. Ganz objektiv ist Diablo Immortal aber schlicht und ergreifend ein äußerst unterhaltsames Hack&Slay. Zumindest, wenn ihr nicht bereits Diablo 3 für das Werk des Leibhaftigen haltet. Doch wenn ich Blizzard für Warcraft schelte, dass sie hier gegen ihren eigenen Qualitätsanspruch verstoßen, dann muss ich sie auch bei Immortal loben, wenn sie offenbar ein gutes Produkt abliefern. Eins, das schon in der Alpha unheimlich rund läuft.

Deshalb gehe ich auch fest davon aus, dass Blizzard am Wochenende ankündigt, wann noch mehr Spieler sich von Immortals Stärken überzeugen können. Ein Release-Datum halte ich für recht wahrscheinlich. Noch wahrscheinlicher wird aber eine zweite Testphase angekündigt. Ich tippe sogar darauf, dass Spieler schon an diesem Wochenende reinschauen können. Und diese Chance sollten Diablo-Fans nicht ignorieren! Schon allein, weil es bis zum Release von Diablo 4 vermutlich noch sehr lange dauern wird.

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Lasst Warcraft einfach ruhen!

Peter: Ich hatte die längste Zeit ein ungutes Gefühl, was die Blizzcon 2021 angeht. Die Kombination aus einem unangekündigten Projekt namens Fenway und Activision Blizzards Zielsetzung, künftig mehr Mobile-Spiele zu veröffentlichen, ließ mich schlucken: »Okay, wir bekommen jetzt also Warcraft fürs Handy. Im besten Fall wird's ein Clash-of-Clans-Abklatsch mit Orks, im schlimmsten eine Mikrotransaktions-Hölle wie bei Dungeon Keeper.«

Einem Leak zufolge wird auf der Blizzcon jetzt tatsächlich ein Pet-Battle-Spiel im Warcraft-Universum vorgestellt - Pokémon in Azeroth quasi. Darauf habe ich gewartet. NICHT. Wenn es um die Rettung der Echtzeit-Strategie geht, ist es ja ohnehin spätestens nach Warcraft 3: Reforged naiv, auf Blizzard zu hoffen. Nun also wird die Serie genauso für Handys ausgeschlachtet wie bereits Command & Conquer und Age of Empires.

Da bleibt als einzige Hoffnung, dass zumindest diese RTS-Reihen Jahre später wieder auf einem guten Kurs sind, C&C Remastered und Age of Empires 4 sei Dank. Ob das auch mit einem Warcraft 4 in ein paar Jahren klappen könnte? Ich bin ehrlich gesagt eher skeptisch. Mein frommer Wunsch an Blizzard ist daher: Begrabt eure Mobile-Adaption gleich wieder und lasst Warcraft ruhen. Gegen WoW-Addon Nr. 741 habe ich ja nichts, aber das Strategie-Urgestein darf gerne tot bleiben. Zu dumm, dass die Blizzard-Totenbeschwörer wohl anderer Meinung sind.

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Shadowlands muss mit Patch 9.1 einiges ausbügeln

Mary: Bisher bin ich eigentlich mit dem grundlegenden Kurs, den Blizzard mit World of Warcraft einschlägt, recht zufrieden. Shadowlands macht Spaß, erzählt eine coole Story und bietet dank Pakt-Feature echt viel Inhalt, den ich noch gar nicht beendet habe. Mit Patch 9.0.5 wird nun auch endlich das Loot-Problem angegriffen, das den aktiven WoW-Spielern und Spielerinnen noch Bauchschmerzen bereitet. Das reicht aber noch nicht, um den Höhenflug zu halten, auf dem Shadowlands sich gerade befindet.

Ich gehe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass wir auf der Blizzcon 2021 die Inhalte vom ersten großen Inhalts-Patch (Patch 9.1) vorgestellt bekommen. Neben einem neuen Trailer, der uns Einblicke in die Fortsetzung der Paktkampagne gibt und vermutlich auch einen neuen Raid ankündigt, soll mit Patch 9.1 auch endlich das Fliegen in Shadowlands ermöglicht werden.

Hier sollte und muss Blizzard aber aus vergangen Fehlern lernen. Den Ruf-Grind aus Legion und Battle for Azeroth haben sie wohl für Shadowlands bereits gestrichen. Zumindest sagt uns das Ion Hazzikostas im Interview. Unsicher ist aber noch, was für andere Steine Blizzard uns da wieder in den Weg legen wird. Das Timegating, also das künstliche Zurückhalten von Fortschritt durch zeitlich limitierte Obergrenzen, hat Blizzard mit Shadowlands in 9.0 beinahe perfektioniert. Ich hoffe, dass sie diesen Trend mit Patch 9.1 nicht fortführen werden. Das könnte sie früher oder später vom Höhenflug zur Bruchlandung führen.

Unschlüssiger bin ich mir übrigens bei The Burning Crusade für WoW Classic. Ich gehe zwar auch hier von einer Ankündigung aus, bin mir aber nicht sicher, ob das WoW Classic wieder den nötigen Aufschwung verschaffen wird. Nostalgie und alten Community-Zusammenhalt lassen sich immerhin nicht so einfach in ein Spiel patchen.

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Diablo 2 und Blizzards Konsolidierungsjahr

Dimi: Was Heiko speziell für Hearthstone prognostiziert, unterstreiche ich im Hinblick auf die ganze Firma: Blizzard befindet sich 2021 in einem Konsolidierungsjahr. Der Bestand an starken Marken wird gefestigt, poliert, ins Rampenlicht gerückt. Vielleicht ein bisschen Fanservice für Diablo 4, ein knackscharfer neuer Cinematic Trailer für WoW - die Liebe und Treue der Fans will gewonnen werden, das steht im Vordergrund. Wir werden kein großes neues Experiment wie damals den Reveal eines Overwatch erleben, sondern Ankündigungen, die WoW- und Diablo-Fans lobpreisend auf die Knie schicken.

Deshalb halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass sich hinter dem ominösen Fenway ein Remaster oder Remake zu Diablo 2 verbirgt. Gerüchte zu Diablo 2 Resurrected gibt's mittlerweile zuhauf, zuletzt vom ziemlich zuverlässigen Leaker Kaiser499. Angeblich arbeiten 200 Leute an dieser Neuauflage - und was wäre als Brücke bis zum Release von Diablo 4 (vielleicht ja schon 2022) passender als die Rückkehr eines Klassikers? Klar, Fenway könnte auch ein Warcraft 4 oder eine komplett neue Marke sein. Aber ich würde anzweifeln, dass wir vor Diablo 4 viele solcher gigantischen Blockbuster-Ankündigungen erleben werden. Mein Geld setze ich auf Diablo 2 Resurrected. Oh, und ich würde mich tatsächlich auch sehr darüber freuen.

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Wie sehr darf sich der Diablo-Fan freuen?

Maurice: Ich bin ehrlich: Wenn auf der Blizzcon genug Diablo läuft, ist mir der Rest eigentlich schnurz! Was die Messe lange Jahre etwas enttäuschend machte - obwohl ich auch ein Handy besitze, ähem. Aber letztes Jahr, das war der Hammer! Diablo 4! Und sogar spielbar! Mehr noch, in den Blogeinträgen seitdem klang durch, dass Blizzard fast alles, was mir daran nicht gefiel, mit ziemlich cleveren Lösungen anzugehen scheint.

Bleibt also die Frage: Wie spannend wird die Messe dieses Jahr? Ich vermute ehrlich gesagt nicht, dass wir zu Diablo 4 monumental viel neues sehen werden. Das Ding scheint sich immer noch in einer Entwicklungsphase zu befinden, in der sich selbst grundlegende Spielmechaniken jederzeit ändern können. Ich rechne daher eher mit einer kleinen Ankündigung wie einer neuen Klasse. Alten Leaks zufolge fehlen uns noch Amazone und Paladin, wobei ich natürlich immer noch verzweifelt (und wahrscheinlich fruchtlos) auf den Totenbeschwörer hoffe!

Und dann ist da noch das Remake von Diablo 2, das wie Dimi oben schon schrieb von einem gar nicht unzuverlässigen Leaker in Aussicht gestellt wurde. Vor ein paar Jahren hätte ich noch gesagt, das wird die beste Nachricht aller Zeiten, wenn es kommt! Aber seit Warcraft 3: Reforged bin ich mir nicht mehr so sicher. Kann man sich noch freuen, wenn Blizzard seine Klassiker neu auflegt? Naja, vielleicht. Diesmal sollen ja angeblich die Macher der Tony-Hawk's-Remakes zuständig sein, und die haben im Gegensatz zu Blizzard selbst bewiesen, dass sie solche Aufgaben mit Liebe und Respekt angehen! Es bleibt also Hoffnung - aber auch eine gewisse Vorsicht.

Ist Diablo 4 zu mutig - oder nicht mutig genug? PLUS 29:06 Ist Diablo 4 zu mutig - oder nicht mutig genug?

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Morgen Abend gibt es übrigens noch ein React Live im Stream, bei dem Rene, Maurice und Mary nochmal ihre Hoffnungen, Ängste und allgemeine Gedanken zur Blizzcon teilen. Schaltet gerne auch da ein auf Monstersandexplosions bei Twitch und auf dem GameStar-Kanal bei YouTube.

Natürlich sind wir auch während der Messe selbst für euch auf GameStar.de da mit allen spannenden Informationen und neuen Ankündigungen.

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