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Seite 2: Wir küren die 100 besten Open Worlds aller Zeiten und der Sieger steht fest!

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Inhaltsverzeichnis

90. The Forest

Entwickler: Endnight Games
Publisher: -
Erschienen: April 2018

Natalie Schermann: Einen Inselurlaub mit seinem Sohnemann hat sich mein Überlebender in The Forest sicher anders vorgestellt. Statt Cocktails mit Schirmchen am Strand erwarten mich ein Flugzeugabsturz, knappes Proviant … und wilde Kannibalen, denen beim Anblick meiner Waden schon der Speichel im Mund zusammenläuft. 

Und so beginnt ein tödlicher Tanz ums Überleben: Ich sammle Holz, Pflanzen, Steine, um mir primitive Werkzeuge zu basteln, ein Feuer zu entzünden und leichte Wunden zu heilen. Nach und nach verbessere ich meine Ausrüstung, erstelle mir sogar Waffen – schließlich kann ich mich nicht nur in meiner selbstgebauten Hütte verkriechen. Ich muss meinen Sohn finden. 

Dafür muss ich den Geheimnissen der Insel auf den Grund gehen und tiefer in den Wald und die unterirdischen Höhlensysteme vordringen. Jedes Rascheln im Gebüsch, jedes Geräusche, das an der Höhlenwand abprallt, jagt mir einen Schauer über den Rücken. Denn nicht nur Kannibalen sind auf der Insel zuhause …

2023 startet der Nachfolger Sons of the Forest im Early Access und feiert im Februar 2024 seinen Full Release. Der zweite Teil setzt deutlich stärker auf Action mit einer größeren Auswahl an Waffen und büßt damit ein großes Stück vom unheimlichen Charme seines Vorgängers ein. Deshalb findet ihr The Forest in unserer Top-Liste, das Survival, Erkundung und Kämpfe mit subtilem – und auch nicht so subtilem – Horror mischt und damit ein einzigartiges Spielerlebnis erschafft.

Trivia:

  • Im von Spielern »Vegan Mode« genannten friedlichen Spielmodus erkundet ihr die Insel ganz ohne fiese Gegner.


89. Outcast

Entwickler: Appeal
Publisher: Infogrames
Release: Juni 1999

Martin Deppe: Eigentlich macht das Action-Adventure Outcast am Anfang alles falsch, was man falsch machen kann. Denn wer als Ex-Elitesoldat Cutter Slade auf dem fremden Planeten Adelpha aufwacht und von den örtlichen Talanern als Prophet gefeiert wird, der blickt erst mal Null durch. Outcast erschlägt uns nämlich förmlich. Schon in den ersten Dialogen schmeißen unsere neuen Freunde mit uns völlig unbekannten Begriffen um sich, die alle irgendwie mit der talanischen Welt, Politik, Kultur und Religion zu tun haben. Kurz gesagt: Bahnhof?

Aber die Entwickler des belgischen Studios Appeal waren so schlau, ein Wörterbuch Adelphisch-Deutsch einzubauen, das zumindest die wichtigsten Wörter übersetzt. Und schon pauken wir Vokabeln. Freiwillig! Denn wir wollen unbedingt wissen, was in dieser fremdartigen Welt vor sich geht, und warum uns hier alle für den Retter halten.

Outcast ist aber auch wegen seiner Grafik ein außergewöhnliches Open-World-Spiel. Denn Adelphas Landschaften werden in Voxelgrafik dargestellt. Dabei rendert Appeals hausgemachte Voxel-Engine namens Paradise das Höhenfeld-Terrain. Objekte in der Spielwelt bestehen hingegen aus Polygonen. Dadurch glänzen die fünf Kontinente mit schicken, abwechslungsreichen Landschaften.

Allerdings nur mit einer maximalen Auflösung von 512x384 Pixeln, was sogar damals schon arg übersichtlich ist. Der Grund: Mangels 3D-Effekten muss der Prozessor die Hauptarbeit wuppen, statt sie auf die Grafikkarte abzuwälzen. Höhere Auflösungen hätten deshalb sogar Highend-PCs in den Vorruhestand geschickt.

Trivia:

  • In der deutschen Version leiht der Synchronsprecher von Bruce Willis, Manfred Lehmann, dem Helden seine Stimme. Das ist 1999 eine kleine Sensation.
  • Der Release ist damals etwas holprig. Es kann passieren, dass sich das Spiel gleich nach der Installation selbst löscht. Erst ein Patch behebt das Problem, verursacht aber ein neues: Jetzt sind die Texte für die Grafikoptionen vertauscht! Wer also alle Effekte auf Maximum stellt, bekommt die Minimalgrafik - und umgekehrt.


NEU

88. Infamous 2

Entwickler: Sucker Punch
Publisher: Sony
Erschienen: Juni 2011

Peter Bathge: Warum spielen so wenige Spiele in New Orleans? Dabei hat doch schon Infamous 2 auf der PlayStation 3 gezeigt, welche wunderbare Abwechslung zu New York oder Los Angeles die Stadt im US-Bundesstaat Louisiana darstellt. Ok, hier heißt sie New Marais und ist auf fiktive Weise verändert, aber der Mix aus französischer Altstadt, modernen Gebäuden und dem Bayou rundherum ist dennoch unverkennbar.

In der Open World von Infamous 2 gibt es jede Menge Gelegenheiten, Held Cole mittels des Karma-Systems in Richtung guter oder böser Superheld zu entwickeln. Dank Elektrokräften über die Dächer zu flitzen und Feinde zu grillen, war selten so geschmeidig und unterhaltsam wie hier.

Trivia:

  • Zu Infamous erschienen sechs Comic-Ausgaben, die die Story zwischen Teil 1 und 2 weitererzählen. Sie wurden von DC Comics veröffentlicht.
  • Infamous 2 erhielt mit Festival of Blood einen eigenständig lauffähigen DLC, der Cole Vampirkräfte verpasste und das Setting ähnlich wie Red Dead Redemption: Undead Nightmare mit reichlich Horrorfilm-Klischees anreicherte.


NEU

87. Star Wars Outlaws

Entwickler: Massive Entertainment
Publisher: Ubisoft
Erschienen: November 2024

Video starten 24:56 Star Wars Outlaws - Test-Video zu Ubisofts Open-World-Abenteuer

Dimitry Halley: Ich weiß, da kommt jetzt wahrscheinlich manchem Sarlacc der Boba hoch, aber Star Wars Outlaws gehört für mich in diese Liste. Ja, streng genommen ragt Ubisofts Open-World-Stealth-Shooter in keiner Disziplin heraus: rudimentäre Schießereien, rudimentäres Schleichen, rudimentäres Open-World-Design, generell hat Rudi Mentär hier sehr aktiv mitgearbeitet. Aber manchmal ist das ganze mehr als die Summe seiner Teile – und das Ganze von Outlaws gibt mir, was ich nirgendwo sonst bekomme: den Krieg der Sterne als spaßige Open World.

Ich düse mit meinem Schlitten durch die Wüste Tatooines, infiltriere gigantische Sturmtruppen-Festungen, spiele Sabacc mit Lando Calrissian, flüchte vor Todestrupplern mit ihrem Funkspruch-Kauderwelsch – hier kann ich mal ganz in der Schurkenwelt von Star Wars abtauchen. Jetzt kann man natürlich einwerfen: Gut, es gibt halt einfach keine andere Open World im Krieg der Sterne, also hängt die Messlatte tief.

Aber Outlaws hat Herz; und das rechne ich Star-Wars-Spielen hoch an. Kay Vess ist eine sympathische Hauptfigur mit greifbaren Marotten, ihr Zusammenspiel mit dem kleinen Nix sowie dem Killerdroiden ND-5 hat mich für viele, viele Stunden bei Laune gehalten. Und mittlerweile hat das Spiel dank Patches seine gröbsten Baustellen bereinigt. Ich bin mir sicher, irgendwann wird es ein besseres Star-Wars-Spiel mit Open World geben als Outlaws. Aber bis dahin bleibt es für mich ein Highlight.

Trivia:

  • In der Cantina von Tatooine könnt ihr die Blasterspuren finden, die der Shootout zwischen Han Solo und Greedo hinterlassen hat. Han hat natürlich zuerst geschossen.
  • Im Spiel könnt ihr die berühmte Tosche-Station bereisen, die aus dem ursprünglichen Kinofilm A New Hope rausgeschnitten wurde.


86. Der Herr der Ringe Online

Entwickler: Turbine Entertainment
Publisher: Codemasters
Release: April 2007

Fabiano Uslenghi: Als Herr der Ringe Online erschien, hatte ich einen Traum: Ich wollte zum ersten Mal dem kompletten Weg des Rings folgen. Frodos Reise von Hobbingen bis in hinauf in den Schicksalsberg. Das war die Fantasie, die Herr der Ringe Online in mir weckte. Davor und danach hat kein anderes Spiel es je gewagt, Mittelerde so vollständig wie möglich abzudecken. Das macht es zwar wie für MMOs typisch mithilfe abgeschlossener Gebiete, das Gefühl einer weiten Reise kommt aber trotzdem auf. Und wenn es ein Universum gibt, das man mit langen Laufwegen verbindet, ohne es ihm Übel zu nehmen, dann ja wohl Herr der Ringe!

Und der Herr der Ringe steht noch für etwas anderes. Denn Tolkien war wohl der erste Mensch, der talentiert und verrückt genug war, um für seine Romanreihe eine komplette Welt zu erfinden. Damit hat Tolkien also in gewisser Weise auch einen großen Beitrag dazu geleistet, dass wir uns heute in so vielen großartigen Open Worlds überhaupt austoben dürfen. Lotro selbst jedoch war alles andere als ein Vorreiter, sondern bot im Grunde ziemlich durchschnittliche MMO-Kost. Doch eigentlich muss man ein Genre nicht komplett neu erfinden, wenn die Grundlage für die Spielwelt schon so viel hergibt. Die Entwickler bekamen ihre Open World ja quasi auf dem Silbertablett.

Letztlich ging mein Traum aber dann doch nie in Erfüllung. Denn als Herr der Ringe Online erschien waren sehr große Teile von Mittelerde noch gar nicht geöffnet. Bis nach Bruchtal trieb es mich, bevor Schluss war. Inzwischen haben die Entwickler all die anderen wichtigen Regionen zwar nachgereicht, zurückholen konnten sie mich damit aber trotzdem nicht. Mittelerde selbst halte ich weiterhin für einen famosen Schauplatz, um dort ein Open-World-Spiel anzusiedeln. Ich wünschte mir nur, es wäre mal ein Spiel so wagemutig, von Beginn an mehr zu zeigen als ein paar einzelne Abschnitte.

Trivia:

  • Wer sich Der Herr der Ringe Online 2007 direkt gekauft hat, musste 10 Jahre lang spielen, bis er Mordor erreichen konnte. Das Addon erschien nämlich erst 2017.
  • Mithilfe von Makros können Spieler auf ihrer Tastatur Musik spielen, die im Spiel dann hörbar wird. Ein Hobbit mit Bibermaske, der Inis Mona auf einem Dudelsack flötet? Durchaus möglich.


NEU

85. The Forgotten City

Entwickler: Modern Storyteller
Publisher: Dear Villagers
Erschienen: Juli 2021

Video starten 2:16 The Forgotten City: Wir spazieren durch eine der schönsten kleinen Open Worlds

Fabiano Uslenghi: Eine gute, offene Spielwelt muss nicht groß sein. Diese unglaublich innovative These habt ihr sicherlich in den letzten Jahren schon hundert Mal irgendwo gehört oder gelesen. Doch wann immer das Thema aufkommt, driften meine Gedanken in die römische Antike. Besser gesagt zu einer kuriosen kleinen römischen Stadt, inmitten einer unterirdischen Grotte. Hier spielt The Forgotten City.

Die Welt besteht im Grunde nur aus dieser einen Stadt, die auf den ersten Blick schnell durchquert ist. Aber die Geschichte der Stadt und wie sie ihre offene Welt dafür einsetzt, halte ich für einen kleinen Geniestreich. Von der Erkenntnis, dass meine Spielfigur hier offenbar in eine Zeitschleife geraten ist, bis hin zur wahnwitzigen Auflösung darf ich die Stadt frei erkunden und muss dabei herausfinden, warum sie am Ende des Tages immer wieder untergeht. 

Wieso sprechen die goldenen Statuen mit mir? Was ist die goldene Regel? Und vor allem: Wer bricht sie? Dabei muss ich stets aufs neue gut überlegen, wo ich dieses Mal meine Untersuchung starte, mit wem ich rede und gleichzeitig gilt es, den exakten Tagesablauf der zwei Dutzend Bewohner im Kopf zu behalten.

In der Theorie kann ich das Geheimnis der Stadt beim ersten Betreten lösen, in der Praxis muss ich die Welt dafür bis ins kleinste Detail kennenlernen. Die Sahne auf der Torte sind für mich die historischen Details. Denn The Forgotten City klärt mich immer wieder über historische Erkenntnisse oder den antiken Alltag auf. Für Geschichtsbegeisterte wie mich eine kleine Goldgrube.

Trivia:

  • The Forgotten City war ursprünglich eine Total Conversion für Skyrim, ist inzwischen aber als eigenständiges Spiel erschienen. Die Skyrim-Wurzeln merkt man ihm aber nach wie vor an. 
  • Mit der Arbeitszeit für die Mod mit eingerechnet, befand sich The Forgotten City stolze zehn Jahre lang in der Entwicklung.


84. Ultima Online

Entwickler: Origin Systems
Publisher: Electronic Arts
Release: September 1997

Gloria H. Manderfeld: Ultima Online war mein allererstes Online-Spiel und eine echte Offenbarung: Nie zuvor hatte ich eine so große Spielwelt erlebt, auf der sich gleichzeitig so viele andere Leute bewegten. Klar, die meisten Mitspieler machten aus meinem Charakter recht schnell Hackfleisch, aber das Gefühl des grenzenlosen Entdeckens motivierte mich dennoch immer wieder zu neuen Streifzügen. Mit dem Makro-Satz »vendor buy the bank guards« deckte ich bald wie ein Profi die wichtigsten Spiel-Bedürfnisse ab, im Häuschen lagerten Notfallbeutel mit Abenteurer-Grundausstattung. Mein erster selbst gezähmter Drache war das Sahnehäubchen für den Spiel-Erfolg, Playerkiller waren danach kein Problem mehr.

Durch seinen Erfolg ebnete Ultima Online vielen anderen Genrevertretern wie beispielsweise World of Warcraft den Weg, richtig voran kamt ihr damals aber nur mit sehr viel Geduld. Alle Fähigkeiten mussten durch stundenlanges Wiederholen der immer gleichen Tätigkeit auf die Höchststufe von 100 Prozent gebracht werden, eine Stunde für 0,3 Prozent war ab 90 Prozent an der Tagesordnung. In einer Zeit ohne Internet-Flatrates ging das so richtig schmerzhaft ins Geld - abgerechnet wurde schließlich noch nach online verbrachten Minuten.

Ein geistiger Nachfolger für Ultima Online? Keine gute Idee: Wild Terra 2 im Test (Plus)

Wohnungsnot war damals schon in Britannia ein akutes Problem: Da nur wenig Raum für Eigenheime zur Verfügung stand, musste man entweder darauf warten, dass andere Spieler ihr Haus vernachlässigten und freiwerdenden Platz nutzen. Oder man ersteigerte für teures Geld bei Ebay eine Unterkunft - kein Scherz!

Nach vielen Jahren nur-Abo bietet Ultima Online nun eine Free2Play-Version mit starken Einschränkungen an, das letzte Addon wurde 2015 mit »Time of Legends« veröffentlicht. Für einen neuen Spielansatz lasst ihr die offiziellen Server links liegen und schaut euch in der noch immer aktiven Freeshard-Szene um: Gerade Rollenspieler finden hier interessante Alternativen mit von motivierten Teams selbst entworfenen Welten und neuen Grafik-Sets.

Trivia:

  • Das Tagebuch der Rangerin Belle Star erschien bis zur Ausgabe 1/00 in der GameStar und beleuchtete humorvoll das Spielgeschehen in der Onlinewelt.
  • Spieler Rainz gelang es während eines Beta-Tests am 09.08.1997, den von Ultima-Erfinder Richard Garriott gespielten Lord British mit einem Feuerfeld zu töten: Garriott hatte vergessen, das Unverwundbarkeits-Flag des Charakters zu aktivieren.


NEU

83. Starfield

Entwickler: Bethesda Game Studios
Publisher: Bethesda Softworks
Erschienen: September 2023 

Video starten 2:19 Starfield: Shattered Space ist da und der Trailer gibt einen Ausblick auf die geheimnisvolle Story

Tillmann Bier: Größer als Starfield ist keine Open World von Bethesda und auch kaum eine andere auf dieser Liste. Dass Größe aber längst nicht alles ist, macht sich im Weltraum-Rollenspiel schmerzhaft bemerkbar. Denn es kommt einfach nicht dieselbe Entdeckerfreude auf wie in Fallout oder Elder Scrolls.

Auf einen zufällig platzierten Außenposten zu stoßen, ist zwar beim ersten Mal spannend, mit jeder Wiederholung nutzt sich das Erlebnis aber immer weiter ab. Handgebaute Welten sind eben doch nicht beliebig erweiterbar.

Dennoch ist Starfield ein mutiger Versuch, das Open-World-Design von Bethesda zu revolutionieren. Die Entwickler haben für ihre inzwischen eher berüchtigten als berühmten 1.000 Planeten außerdem eine Menge beeindruckender Kreaturen erschaffen und spannender Orte ausgetüftelt, die uns mit wertvoller Beute und kleinen Geschichten belohnen. Schade nur, dass vieles davon in der Weite des Weltraums verloren geht.

Trivia:

  • Laut Todd Howard befindet sich das Spiel seit 25 Jahren in Entwicklung, weil er Starfield ursprünglich schon in den 90ern angehen wollte.
  • Ursprünglich sollte das Spiel am 11. November 2022 erscheinen, also auf den Tag genau 11 Jahre nach Skyrim, doch das Release-Datum konnte nicht eingehalten werden.


NEU

82. Shenmue 1 & 2

Entwickler: Sega AM2
Publisher: Sega
Erschienen: Dezember 1999 / September 2001

Dimitry Halley: Die ersten beiden Shenmue-Spiele sind Meilensteine der Open-World-Kunst, weil ich ihnen schnurzegal bin. Kein Scherz, im Jahr 2000 fiel mir die Kinnlade runter, denn das japanische Städtchen Yokosuka schien völlig unabhängig von mir zu leben. Da schlendern Passanten die Straßen entlang, gehen ihren alltäglichen Routinen nach und ganz generell: Ich musste mich hier navigieren wie in der echten Welt.

Wenn ich um 10 Uhr abends in einer Bar vorbeischauen soll, dann weist mir kein Mapmarker den Weg dorthin. Nein, ich muss die Uhr checken, Straßenschilder lesen, mich bei den Leuten umhören – halt wie in der echten Welt, bevor es Smartphones gab. Shenmue spielt nämlich in den 80ern. Der Kampfsportjüngling Ryu Hazuki kommt eines Tages nach Hause und findet seinen Vater ermordet vor. Es beginnt eine Reise, die ihn von Japan bis nach Hong Kong führt.

Klingt erstmal nach Klischee, aber das »Wie« macht in Shenmue die Musik. Beide Spiele (und deshalb packe ich sie hier auch zusammen aufs Podest) legen unheimlich viel Wert auf eine lebendige Welt. Ryu kann mit allen möglichen Hotspots interagieren, sich Nudelsuppe reinpfeifen, in der Arcade-Halle ein paar Ründchen zocken und so weiter. Manchmal vergisst man, dass das Spiel eigentlich ein Mischmasch aus Beat ‘em Up und Adventure ist, weil es sich wie eine Open-World-Lebenssituation anfühlt. Jeden Tag schaue ich, was ich alles erledigen will, führe akribisch mein Notizbuch.

Der zweite Teil baut diese Open-World-Aktivitäten sogar noch aus, der Erstling fühlt sich dafür aber etwas lebendiger an, weil so viele Passanten ihre ganz eigenen Persönlichkeiten und Geschichten mit sich bringen. In vielerlei Hinsicht trat die Yakuza-Serie später das Erbe von Shenmue an - umso tragischer, dass das eigentliche Shenmue 3 sich nach 19 Jahren Wartezeit als ziemliche Enttäuschung entpuppte.

Trivia:

  • Mit 20 Millionen Dollar Entwicklungskosten war Shenmue 1 damals das teuerste je produzierte Spiel. Heute kosten AAA-Spiele durchschnittlich das Zehnfache.
  • In den Getränkeautomaten von Shenmue könnt ihr in der japanischen Fassung echte Cola, Fanta und Co. ziehen. Für den internationalen Markt mussten die Marken ersetzt werden, weil der Deal mit Coca Cola nur für Fernost galt.


81. GTA 1

Entwickler: DMA Design
Publisher: BMG Interactive
Release: Februar 1998

Dimitry Halley: Nein, GTA 1 hat das Open-World-Genre nicht erfunden - da standen gerade Rollenspiele wie Ultima deutlich früher auf der Matte. Was das erste Grand Theft Auto hingegen maßgeblich auf den Weg brachte, war Open-World-Chaos. Die Vorstellung, in einer Großstadt nach Lust und Laune Quatsch anzustellen. Verfolgungsjagden, Gangsterballereien, unendliche Freiheit - als ich das Spiel in den 90ern zum ersten Mal auf der Couch eines Kumpels zu sehen bekam, klappte mir die Kinnlade auf den Boden. Und mit der Weitsicht eines Achtjährigen beherrschte mich in den Wochen danach bloß ein einziger Gedanke: Verdammt, wo kriege ich eine PlayStation her?

Lustigerweise sollte es viele Jahre dauern, bis ich GTA 1 dann tatsächlich mal selbst spielen würde. Lange nach GTA 2, 3, Vice City und San Andreas. Die Faszination der 90er wollte da natürlich nicht mehr so aufflammen wie einst, aber der überdrehte Humor und die brachiale Action sind trotzdem ganz gut gealtert. Und GTA 1 bleibt bis heute das einzige Grand Theft Auto, in dem Vice City, Liberty City und San Andreas gemeinsam vertreten sind.

Trivia:

  • Eine der spielbaren Hauptfiguren, Travis, war eine direkte Hommage an Robert De Niros Rolle in Taxi Driver.
  • GTA 1 ist neben GTA 4 der einzige Teil, der zwei Story-Erweiterungen bekommen hat: London 1969 und 1961.

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