Was für ein Jahr! Technik und die Menschen dahinter, die die Welt 2023 in Aufruhr versetzt haben

In den vergangenen Monaten ist viel in der Tech-Welt passiert. Wir schauen zurück auf das Tech-Jahr 2023.

Das Jahr war geprägt von X, KI, bockstarken Prozessoren und Streaming-Diensten. (Bild: AMD, Netflix, Bilal Ulker Roman3D - adobe.stock.com) Das Jahr war geprägt von X, KI, bockstarken Prozessoren und Streaming-Diensten. (Bild: AMD, Netflix, Bilal Ulker Roman3D - adobe.stock.com)

Die Welt dreht sich schnell und nirgends ist dieser Spruch so wahr wie in der Tech-Branche. Wir werfen einen Blick zurück auf 2023. Was war dieses Jahr wichtig?

KI auf dem Vormarsch

Künstliche Intelligenz gibt es nicht erst seit diesem Jahr und doch boomte der Begriff 2023 so sehr wie nie zuvor. Die Verantwortung trägt vor allem ChatGPT. Das Sprachmodell dahinter wird mittlerweile von Leuten genutzt, die vorher nie mit KI in Berührung gekommen sind.

Im Zuge dessen unterschrieben OpenAI und Microsoft im Januar einen Millionen-Deal, der KI noch näher in unseren Alltag rücken sollte.

Wir haben allerhand Einsatzmöglichkeiten gesehen:

Viele sehen in KI eine Gefahr. Gebangt wird um den Job, und wie das Beispiel einer spanischen Redaktion zeigt, zu Recht: Die wurde im Sinne der künstlichen Intelligenz geschlossen entlassen.

KI kann nicht nur Jobs schaden. Ein Campus in den USA nutzte ChatGPT, um »gefährliche« Bücher aus der Bibliothek zu tilgen. Das klingt nach Dystopie, ist aber echt.

Unvergessen bleibt auch der viermonatige Streik in Hollywood. Schauspieler lehnten sich gegen den Computer auf, um im wortwörtlichen Sinn ihr Gesicht zu wahren.

Und dann ist da noch der Papst.

Echt oder nicht? Das fragte sich die Welt im März. Echt oder nicht? Das fragte sich die Welt im März.

Mittels Midjourney wurde ein KI-Bild generiert, das Millionen verwirrte: der Papst in weißer Daunenjacke? Mit bösem Willen kann man künstliche Intelligenz missbrauchen, weswegen es für uns alle gilt, möglichst wachsam zu bleiben.

Es ist einfach, KI zu verteufeln. Doch es stecken auch viele Chancen in der Technik. Nicht nur könnten ungeliebte Jobs wegfallen, gerade im Alltag kann so eine künstliche Intelligenz helfen. Deshalb werden Sprachmodelle nach und nach in unsere Leben integriert.

Wir werden sehen, was 2024 bringt. Auf jeden Fall noch mehr KI und auch die Politik wird ein waches Auge darauf haben.

Elon Musk verändert die Welt

Kaum ein Jahr wurde so sehr von einer solch umstrittenen Personalie geprägt wie 2023 von Elon Musk. Der Multimilliardär war gefühlt immer und überall.

Der Kauf von Twitter war ja schon letztes Jahr besiegelt. Wer hätte gedacht, dass das beliebteste soziale Netzwerk der Welt so vor die Wand fährt?

Die Umbenennung in X sollte erst der Anfang sein. So entpuppte sich das ehemalige Twitter als persönlicher Spielplatz für Musk, der mit seiner Meinung selten hinterm Berg hält.

Monatliche Kosten stehen immer noch im Raum; getwittert werden darf schon lange nicht mehr. Dass mittlerweile kontroverse Figuren auf X entbannt wurden und antisemitische sowie rechtspopulistische Werbung neben der großer Firmen auftaucht, bewegt viele dazu, der Plattform den Rücken zu kehren.

Dabei war von Musk geplant, sie wie eine App für alles aufzubauen. Wir glauben nicht, dass ihm das 2024 gelingen wird.

Doch Twitter war nicht die einzige Baustelle der Streitfigur. Tesla bereitet dem Mann immer wieder Sorgen, sei es in Deutschland, oder wegen des Cybertrucks. Tesla läuft stabil und wir attestierten dem Model 3 gute Noten, aber aus dem Gröbsten ist die Automarke noch nicht draußen.

Auch über unseren Köpfen schwebt Elon Musk. Immerhin, bei Starlink, dem Internet aus dem All, scheint es zu laufen. Nicht laufen bezieungsweise fliegen tun indessen Raketen von Musks Firma SpaceX.

Seit 2006 starten diese in den Orbit, doch dieses Jahr musste Musk zwei Schlappen hinnehmen: Sowohl im April als auch im November explodierten die Raketen unvorhergesehen.

Boxt Musk eine Klasse zu hoch? Gar nicht geboxt hat er übrigens gegen Mark Zuckerberg, den er zu einem Duell forderte, das man angeblich auf Twitter hätte sehen sollen.

Kurz vor Weihnachten gab es dann einen letzten Leberhaken für eine Firma, an der Musk ebenfalls einst beteiligt gewesen war: Hyperloop One macht endgültig dicht.

Bleibt zu hoffen, dass sich Musk wieder aufs Wesentliche besinnt und wir 2024 mehr Gutes über ihn und von ihm lesen werden. Hoffen kostet schließlich nichts

PC-Hardware: Die große DLSS-Diskussion

Im Jahr 2023 ist zwar durchaus viele interessante neue Gaming-Hardware wie AMDs Ryzen 7 7800X3D oder das Steam Deck OLED erschienen. Aber auch hier dominierte das Thema KI, und zwar gleich doppelt:

  • Einerseits mit Blick auf viele Grafikkarten aus Nvidias RTX-4000-Generation und ihre Vermarktung sowie ihren Preis.
  • Andererseits beim Thema Schlecht optimierte PC-Versionen und wie sie möglicherweise zustande kommen.

Kern beider Aspekte ist das Erhöhen der Bilder pro Sekunde in Spielen mit Hilfe von KI beziehungsweise maschinellem Lernen, wie es bei Nvidias Techniken DLSS und Frame Generation der Fall ist. Beginnen wir mit Letzterer.

RTX 4000 in der Kritik: In vielen Nvidia-Präsentationen zur Veröffentlichung neuer RTX-4000-Grafikkarten waren in diesem Jahr extrem Performance-Sprünge zu sehen. Der Haken: Sie gelten nur, wenn die Frame Generation aktiviert ist. Dabei werden komplett neue Bilder per KI erzeugt, um die FPS zu erhöhen.

Dieses RTX-4000-exklusive Feature wird allerdings nur von einer sehr begrenzten Zahl an Spielen unterstützt. Abseits davon ist der Leistungszuwachs bei den neuen GPUs im Vergleich zu ihren Vorgängern außerdem oft sehr überschaubar - und das bei oftmals weiterhin (sehr) hohen Preisen.

Ruhen Entwickler sich auf DLSS & Co. aus? Ein zweiter Diskussionspunkt bezieht sich auf Nvidias DLSS, das mit RTX-Karten ab der RTX-2000-Generation funktioniert.

Auch DLSS erhöht die FPS, aber anders als die Frame Generation: DLSS skaliert Bilder von einer niedrigeren Auflösung auf eine gewünschte Zielauflösung hoch. Die Nvidia-Technik ist dabei stellvertretend für vergleichbare Technologien von AMD (FSR) und Intel (XeSS) zu sehen.

Im Zuge des von vielen schlechten PC-Versionen geplagten Jahres 2023 ist immer wieder der Verdacht aufgekommen, dass Entwickler sich auf solchen Upscaling-Techniken ausruhen, statt dafür zu sorgen, dass Spiele in der nativen Auflösung gut laufen.

Ein komplexes Thema, das durch die ersten Titel mit vermeintlicher Upscaling-Pflicht wie Alan Wake 2 zusätzlich Zündstoff erhalten hat:

Letztlich verdeutlichen beide Diskussionen den altbekannten Umstand, dass moderne Technik oftmals sowohl gute als auch schlechte Seiten hat. Eines dürfte dabei so oder so feststehen: KI-Funktionen wie das Upscaling und die Frame Generation sind im Gaming gekommen, um zu bleiben.

Diese wichtigen Technik-Releases gab es 

iPhones und Apple Watches waren dieses Jahr natürlich Trendthemen. Auch wenn die Computer für Hosentasche und Handgelenk keine bahnbrechenden Neuigkeiten brachten, so waren sie wie jedes Jahr heiß erwartet.

Ein Gadget, das unter dem Radar fliegt, es aber eigentlich nicht sollte: die Meta Quest 3. Glaubt man den Kollegen, dann ist VR endlich ausgereift. Höher, schneller, weiter: Das ist, was sich Enthusiasten wünschen – und sogar Muffel.

Dass die Mixed-Reality-Brille aber im Allgemeinen nicht den Einschlag hatte, wie damals etwa noch Oculus Rift, PlayStation VR (welche dieses Jahr ebenfalls eine zweite Iteration bekommen hat), zeigt, dass virtuelle Realitäten bei vielen nicht auf dem Schirm sind. Oder war KI einfach lauter?

Wer »Brille« sagt, muss auch »Apfel« sagen: Im Juni kündigte Apple die Vision Pro an, seine eigene Mixed-Reality-Brille. Und was hat das für Aufregung gesorgt – zumindest das Preisschild von rund 3.500 US-Dollar was Gesprächsthema. 

Man fragt sich berechtigterweise: Wird die Firma aus Cupertino den Markt aufrütteln? Bis jetzt können wir nur spekulieren, ab voraussichtlich Februar wissen wir mehr. Vielleicht nimmt im Jahresrückblick 2024 dann VR Platz auf dem Thron der wichtigsten Tech-Themen.

Und sonst so?

Netflix. Ja, nicht Tech per se, aber digitaler Lifestyle und der sollte sich für viele gravierend verändern mit dem Verbot von Account-Sharing.

Man darf also nicht mehr den Account mit Menschen außerhalb des eigenen Haushaltes teilen. Das war ohnehin nur geduldet, hat aber für mächtig Unmut gesorgt. Das allein wäre nicht so schlimm, hätte Netflix nicht an der Preisschraube runter und der Werbungsschraube hoch gedreht.

Dann essen wir halt Kuchen statt Brot. Doch halt, was ist das? Disney zieht nach? Och nö, Netflix hat einen Trend losgetreten, auf den andere Streaming-Anbieter einsteigen. Mensch, ihr solltet Pay-TV und lineares Fernsehen beerben, nicht nachmachen.

Wir wurden ganz schön gebeutelt, denn zeitgleich ging YouTube auf Adblock-User los. Das ist ihr gutes Recht und immerhin haben sie uns ja YouTube Premium Lite als Alternative angeboten.

Apropos YouTube: Linus Tech Tips, kennste’? Der größte Tech-YouTuber hatte seinen ganz eigenen Skandal und da wurde scharf geschossen.

Zum Schluss noch zwei Dinge, die euch vielleicht entgangen sind.

Nvidia wird Mitglied des Trillion Dollar Clubs (Reuters). Dank KI erhöhte die Firma ihren Umsatz so massiv, dass sie die Billionen knackte, und sich damit unter anderem zu Apple, Microsoft, Alphabet und Amazon gesellt.

Die Crypto-Blase ist schlussendlich geplatzt, das schreibt auch das Handelsblatt in einem Kommentar. Die Machenschaften von FTX haben für eine Implosion gesorgt. Dem Kryptowährungs-Unternehmen Sam Bankman-Fried droht jahrelange Haft, so die SZ.

Das war unser kurzer aber intensiver Blick zurück ins Tech-Jahr 2023. Es gab viele Hochs und Tiefs. Was war für euch die wichtigste Tech-Neuigkeit des Jahres? Habt ihr den Verfall von Twitter verfolgt? Sind euch ChatGPT, Midjourney und Co. zu eigen geworden? Was erwartet ihr nächstes Jahr? Schreibt es in die Kommentare, vor allem dann, wenn ihr jetzt schon in der Kristallkugel seht, was 2024 bringen wird!

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